03.01.2019 – Bauchgefühl

2018 war ein Jahr, in dem Sinn und Sinnlosigkeit des Lebens relativ nah beieinander lagen, eng umschlungen auf der Couch, in der Hand ein Cocktail mit Schirmchen. Manchmal standen beide auch teilnahmslos nebeneinander an einer Straßenkreuzung, starrten in verschiedene Richtungen, so als würden sie sich nicht kennen. Sie stritten sich um Sitzplatzreservierungen, sie machten sich lustig über die Intoleranzen des anderen, sie räumten hintereinander her und ließen sich nie aus den Augen.

Nie war ich dankbarer als im Jahr 2018, nie hatte ich trotzdem so viele undankbare Momente. Nie war da mehr, nie war da weniger Verständnis. Nie war da mehr, nie war da weniger Stolz. Und Fülle und Leere und Trost und Trostlosigkeit. Alles nah beieinander, eine ganze Kette voller Glieder, die ich einordnen, interpretieren, bewerten muss, weil der Kopf es so will.

Tagebuchbloggen

In 2019 möchte ich – inspiriert von Menschen wie Christian – das Thema Bloggen wieder etwas ernster nehmen und regelmäßiger schreiben. Könnte funktionieren, weil meine Zeiteinteilung ab sofort eine andere ist, weil ich mich selbständig gemacht habe. Wenn ihr eine Grafikerin sucht, meldet euch gern bei mir. Die Homepage geht noch diesen Monat online und ich freue mich auf alles, was da kommt.

Ich pendle zwischen „Super Franziska, du wirst das schon schaffen, denn wenn wir mal ehrlich sind, bist du gar nicht so doof wie du manchmal aussiehst und außerdem gibt es hier im Umkreis auch nicht so viele halbwegs sympathische Menschen mit deiner Talente-Kombination.“ und „Super Franziska, hast du jetzt vollkommen den Verstand verloren?!“ Geistesblitze und Vorfreude wechseln sich ab mit Albträumen, in denen ich stundenlang auf Netzwerkveranstaltungen mit scharfkantigen Visitenkarten beworfen werde. Es wird spannend. Und lehrreich.

Menschen

Wenn ich mir zwei wichtige Erkenntnisse des Jahres aussuchen müsste, dann wäre es erstens: Egal wie sehr ich das Alleinsein manchmal brauche und auch vehement verteidige, um normal zu „funktionieren“ – nichts ist wichtiger als die Begegnung mit anderen. Ich hatte im letzten Jahr eine Menge toller Stunden mit alten und neuen Freunden, neuen und alten Bekannten, mit Kollegen, mit der Familie, mit diesen Menschen aus diesem Internet. Eigentlich verdammt schade, dass ich nicht öfter darüber geschrieben habe. Ein „Hey, dankeschön, ihr seid super!“-Sammelbeitrag wird dem eigentlich nicht gerecht. Aber ernsthaft: Ihr seid super!

Gene

Die zweite Erkenntnis ist: Es geht irgendwie immer weiter. Nichts ist von Dauer, nicht das Hoch, nicht das Tief, nicht das Wetter da draußen, nicht die Stimmung hier drinnen. Im Februar habe ich den schlimmsten Tag des Jahres erlebt, vielleicht sogar den zweitschlimmsten Tag in meinem Leben, und ich war mir in diesem Moment sicher, dass es für immer so bleiben wird. Für immer dieses Rauschen im Kopf und ein Raum um mich herum, der plötzlich kleiner wird. Ich hatte es mir so ausgesucht. Weil ich dachte, dass Gewissheit für mich eine gute Sache ist. Was ich nicht bedacht hatte: Selbst wenn das stimmt, wird Gewissheit manchmal nur häppchenweise serviert und vor der großen Gewissheit kommt immer dieser Moment in der Küche und dann kommt lange Nichts und mit diesem Nichts muss man irgendwas anstellen.

Ich werd drüber schreiben, selbst wenn es bei dem Nichts bleibt. Nicht weil ich mich seit diesem Moment, in dem die Küche nur noch 2 Quadratmeter groß war, in einer neuen Rolle sehe, sondern weil dieses Thema ein blinder Fleck in den Köpfen so vieler Leute ist und ich will ihn mit etwas füllen. Ich werde über eine Krankheit schreiben, über eine, die man nicht sieht und die man hier in Deutschland auch nicht besonders gut kennt. Keine Angst, es wird auch witzig werden, dafür sorge ich. Vor allem aber werde ich über Intuition schreiben. Vielleicht beginne ich mit meinen drei kleinen Reisen nach Berlin in 2018. Ich hoffe, ich werde dafür in den nächsten Wochen Zeit finden.

Intuition

Da es gerade zum Thema passt, beschließe ich diesen Text mit einer Buchempfehlung. Das Buch, das mir 2018 die meisten Aha-Momente beschert hat, ist von Malcolm Gladwell und es heißt „Blink – The power of thinking without thinking“. Bitte lest es, damit wir bald alle leidenschaftlich darüber diskutieren können, ob es manchmal angebracht ist, der Intuition zu folgen.

Ich wünsche mir und euch ein Jahr voller Bratensoße, Lachtränen und neuer Perspektiven.

Weiterhin alles Gute
Eure Franziska

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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