04.01.2019 – Schleim

Bronchitis

Das Schöne an einer Bronchitis in Verbindung mit der beruflichen Selbstständigkeit ist ja, dass man nicht zum Arzt rennen und sich krank schreiben lassen oder sich zur Arbeit schleppen und dort auf der Toilette kollabieren muss. Man steht einfach auf mit einem Körper, der obenrum aus Schleim und untenrum aus Müdigkeit besteht und dann setzt man sich an den Schreibtisch und ist erstmal zwanzig Minuten lang glücklich darüber, dass man sich heute keine richtige Hose anziehen muss. Und wenn man dann zwei Stunden lang annimmt, dass die Druckerei die 10.000 Flyer, auf deren Versandbestätigung man seit Tagen wartet, als Konfetti-Spende an Silvester-Hooligans weitergegeben hat, lenkt das unheimlich vom eigenen Elend ab.

Es ist dann zum Glück gut ausgegangen. Ich führte ein nasales Gespräch mit einem unausgeschlafenen Service-Mitarbeiter, rollte ein paar Mal mit den Augen und erhielt irgendwann die frohe Botschaft, dass im Carport der Vermieter 20 schwere Pakete liegen. Und abends sagte ich dann zu meinem Komplizen, dass ich das Gefühl habe, dass solche Dinge mich jedes Mal ein winziges pipi-kleines-bisschen weniger wütend machen. Mein Ziel ist vollkommene Entspanntheit, während alle um mich herum ihren Verstand verlieren, und meinen Berechnungen zufolge wird dieser Zustand im Jahr 2314 erreicht sein.

Sachen machen

Worüber ich mich heute gefreut habe: Ein Telefonat mit meinem ehemaligen Chef, ein kurzer Kaffeeplausch mit meiner Schwester, die Ankündigung eines tollen Menschen, mir morgen Kuchen zu bringen und dass sich doch einige Personen darüber freuen, wenn ich wieder regelmäßiger blogge. Das motiviert und freut mich total. Und ich brauche die Übung, weil ich mir – was das Schreiben betrifft – doch ein paar Dinge vorgenommen habe in diesem Jahr. Ich möchte versuchen, meine beruflichen und persönlichen Stärken und Interessen zu kombinieren und in diesem Jahr einmal im Monat spannenden Menschen aus unterschiedlichen Bereichen einen Besuch abzustatten und dann darüber zu berichten.

Der erste Schritt ist getan bzw. der erste Termin ist gemacht und ich treffe mich am Freitag in einer Woche mit Diana und Felix von A Global Mess. Dass Diana und ich gute Freundinnen sind und ich die Katzenliebe von Felix teile, ist für den Anfang ein guter Einstieg. Die beiden haben viel erlebt, schon viel geschafft und so einiges vor in diesem Jahr und ihr solltet ihnen mal einen virtuellen Besuch abstatten – auf instagram zum Beispiel.

Insti. Hehe.

Apropos Instagram (oder Insti, wie wir hier Zuhause sagen, wenn wir wieder einmal feststellen, dass die halbe Welt unter Sauerstoffmangel leidet). Pünktlich zu Heilig Abend habe ich offenbar aus Versehen meinen Instagram-Account gelöscht. Weil ich keine einflussreiche Persönlichkeit bin, war ich nur eine halbe Stunde lang traurig wegen der vielen verloren gegangenen Fotos und der Follower. Wobei fast 400 Follower schon ok sind für jemanden, der auch mal zwei Wochen lang in der Versenkung verschwindet und sich noch nie das Schlüsselbein gebrochen hat beim Versuch, in der Badewanne einen Föhn und die eigenen Kniescheiben optisch ansprechend zu fotografieren.

Jedenfalls habe ich dann den Moment genutzt und beschlossen, dass ich ab sofort meine private Vorliebe für sympathische Menschen, warme Küche und Katzenyoga von meiner Hobbyfotografie trenne. Die perfekte Lösung quasi, falls es sowas wie perfekte Lösungen überhaupt gibt. Hier gibt es also ab sofort die Selbstgespräche mit Servicehintergedanken und da die Schwarzweißfotos. Ich sage euch Bescheid, wenn es sich lohnt, Account Nr. 3 (Der Pixelraupe, eurem Lieblingstier) zu folgen.

Weiterhin alles Gute
Eure Franziska

2 Comments

  1. „Mein Ziel ist vollkommene Entspanntheit, während alle um mich herum ihren Verstand verlieren, und meinen Berechnungen zufolge wird dieser Zustand im Jahr 2314 erreicht sein.“
    Bei dem Zeitrahmen mache ich auch mit! 🙂

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